New Yorker Gesichter: Bret

Ich habe Bret während der Orientation days am Union kennen-gelernt. Er wird die nächsten drei Jahre am Union seinen Master of Divinity machen.

Seine Entscheidung nun mit über 50 Jahren Pastor zu werden, hat eine lange Vorgeschichte. Bert ist in Australien / Melbourne  geboren. Und mit einem, wie er es beschreibt, fröhlich-unkomplizierten Selbstverständnis innerhalb der katholischen Kirche – durch die Mutter – aufgewachsen (die nach dem Tod des Mannes wieder heiratete und seitdem vom Abendmahl ausge-schlossen war; die Enttäuschung darüber aber nicht an die Kinder weitergab). Bert studierte in Melbourne Jura und machte seinen Doktor. In Perth unterichtete er als Professor für forensische Psychology und hatte eine Anwaltspraxis.

Schliesslich wandert er nach Kanada aus, um noch einmal an einem besonderen juristischen Schwerpunkt zu arbeiten (hab ich nicht so ganz verstanden). 7 Jahre lebt und arbeitet er wechselweise in Vancouver und Toronto, gründet eine eigene Firma, die den Schwerpunkt „early neutral consultation“ hat. Er unterichtet andere Anwälte in diesem Ansatz. Er hat schliesslich die Staatsangehörig-keiten von Australien und Kanada.

Dezember 2016 „he got a call“. Ein im Englischen sehr gängiger Ausdruck, den wir im Deutschen eher schwerfällig mit „eine Berufung haben“ übersetzen. Jedenfalls wird ihm klar, dass ganz was Neues ansteht. Er selbst beschreibt sich sowohl als business man und als sehr spirituelle Person (muss ja auch nicht unbedingt ein Gegensatz sein). In seinem Inneren versteht er sich als zutiefst katholisch, doch für ihn ist klar, das er als schwul und eher unkonventionell lebender Mensch nicht katholischer Priester werden wird ( möchte / kann). Also überlegt er, ob er nun bei den Episkopals Mitglied werden soll. Alles noch offen. „I trust God. I’m gonna get a Church.“

Was ihn als Pastor bewegt, ist Menschen ein „spirituelles zuhause“  und den Raum zu geben, ihre Geschichte zu erzählen. „Irgendwie“ kamen wir dabei auf das Thema, dass ja auch eine Kneipe so ein Zuhause sein könnte ( und er findet die Idee mit dem „blauen Luther“ grossartig 😉).

An New York liebt er die Met Opera und verschiedene Bars zum Tanzen. Er hasst an New York  die Ratten und den Gestank. (Wobei er als Gegensatz zu Liebe nicht Hass versteht – da beide verbindet, dass sie ein starkes Gefühl sind, – sondern Gleichgültigkeit als Gegenpol zu Liebe.)

 

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