Passionszeit

Krank sein, alt werden,
mit Einschränkungen leben müssen –
das taucht immer wieder auf
in Gesprächen in der Gemeinde.

Ein starkes Gedicht dazu:

 

Ich bin krank

ich arbeite nur
ungefähr eine Viertel
Stelle
Im Studium habe ich meist
etwa die Hälfte
vom normalen Programm gemacht
Ich schlafe
dreißig bis fünfzig Prozent mehr
als die meisten Menschen
Ich unternehme vielleicht ein Sechstel
von dem, was ich früher gemacht habe
In letzter Zeit esse ich auch nur noch
halb so viel
wie früher
Trotzdem lebe ich
ein ganzes
Leben

(Frauke Bielefeldt)

“Forget survival”

Symposium in Wuppertal auf dem “Heiligen Berg” –
“Gehst du noch hin oder partizipierst du schon?”

Ein paar anregende Gedanken aus der Diskussion:

“Besuche” ich Kirche oder habe ich teil an Kirche?
Die Spitze der “Partizipations-Pyramide”:
Entscheiden, gestalten, selbst verantworten.
(Ich “wohne” nicht nur in Kirche, sondern ich “lebe” in ihr)
Echte Partizipation wollen – ist allerdings eine ziemliche Herausforderung für die Institution … und die Hauptamtlichen.
Bedeutet z.B. loslassen theologischer Richtigkeiten – oder wie die Anglikanische Kirche es formuliert: “generous orthodoxy”.
Aber auch Machtverlust, Kontrollverlust – andere machen lassen.

Außerdem rutschen wir Hauptamtlichen immer wieder in die Schiene, Partizipation zu benutzen “UM ZU….” (s. Thema des Symposiums) Instrumentalisierungsfalle!
Das Spannende ist ja gerade, Partizipation als Haltung zu denken und einzuüben, WEIL es Kirche entspricht.
(Du bist Teil! – Das ist Abendmahl.)

Partizipation bildet Kirche –
aber hat nicht die Weiterexistenz von Kirche als Thema.
Also: Forget survival!

Kinderkirche – Der Weg Jesu ans Kreuz

 

Die Kinderkirche heute war eine echte Materialschlacht.
Drei Weg-Stationen haben wir in der Kirche aufgebaut:
Jesu Gefangennahme im Garten Gethsemane.
Jesu Verhör vor Pilatus.
Jesus trägt sein Kreuz nach Golgatha.

Es hat ganz gut geklappt mit den etwa 30 Kindern durch die Kirche zu wandern. Das erwartete Chaos blieb aus. Die Kinder haben sehr konzentriert, sich die jeweiligen Orte angeschaut – … und mit den Männchen gespielt. Kleiner Ausblick auf Ostern am Ende.

 

 

Die Entstehung der Oster-Engel

Engel – zu Weihnachten, an der Krippe, ja klar.
Aber Engel stehen auch am leeren Grab. Sagen zu den Frauen “Fürchtet euch nicht. Ihr sucht Jesus bei den Toten.
Da ist er aber nicht. Er ist lebendig.”

Oster-Engel – die mich vom Tod ins Leben führen.
Oster-Engel – die die Steine von meinem Grab weggräumen.

Welchen Engel brauche ich zur Zeit besonders?
Wobei müßte er mich begleiten?
In den KiTas bereiten wir die Engel für den Familien-Gottesdienst am Ostersonntag vor. KiTa Arndtstraße fängt an. Gemeinsamer Nachmittag mit Müttern und Kindern. Tolle Aktion und es entstehen wunderbare Engel.

Ein Engel der Leichtigkeit. Ein Engel des Friedens, der Harmonie.
Ein Engel des Frühlings und der Vorfreude.
Und ein Engel der Liebe und der Gesundheit.

“Eigentlich bin ich ganz anders…..

….ich komme nur so selten dazu.” (Ödön von Horvath)

Thema für die Fastenzeit.  7 Wochen anders leben.
Eigentlich… geht es darum, meinem Inneren, MIR auf die Spur zu kommen. Dazu kann es helfen, mal auf Schokolade oder Alkohol zu verzichten, – oder sich die Fragen zu stellen:
Wozu komme ich nie?
Was sind die verborgenen Seiten in meinem Leben?
Eigentlich bin ich ganz anders …. – überrasche ich doch mal mich selbst. Darin könnte viel Freude und Energie stecken.

 

“Love After Love”
The time will come
when, with elation,
you will great yourself
arriving
at your own door,
in your own mirror,
and each will smile at the other’s welcome
and say: Sit here. Eat.

You will love again the stranger
who was yourself.
Give wine. Give bread.
Give back your heart
to itself,
to the stranger
who has loved you
all your life,
whom you ignored
for another,
who knows you by heart.

Take down the love letters from the book shelf,
the photographs, the desperate notes,
peel your own image from the mirror.
Sit. Feast on your life.

Derek Walcott (1930- 2017)

 

Kettwig-UmGottesWillen.de

Am 21. 12. bin ich aus New York zurückgekehrt
und wieder in Kettwig.
Schwierige Umstellung.
Wie zwei Puzzlestücke, die nicht so recht zusammenpassen wollen.

Zu dem pastor-in-nyc.de Blog habe ich viele positive Rückmeldungen bekommen – und die Frage “Warum schreibst du nicht weiter
– einen Kettwiger Blog?”
Ich bin etwas zögerlich, da ich nicht so recht weiß,
wie und worüber ich hier in Kettwig schreiben würde.
Da mir aber das Blog schreiben in New York viel Spass gemacht hat und eine gute, neue Erfahrung war, habe ich mich nun entschlossen, es einfach mal eine Weile hier vor Ort zu probieren und zu schauen, was daraus wird.

Ich freue mich über Rückmeldungen und Anregungen.
z.B. über den neuen Namen des Blogs 😉

 

…. Abschied

Walt Whitman                                                                                              (Long Island, 31.05.1819 – Camden, 26.03.1892) :

“Home is –                                                                                                    when you have to leave,                                                                                  there is someone to open the door.”

 

This definitely was home. Thanks be to Max!

 

Dritter Advent

Abraham Joshua Heschel                                                                (jüdischer Religionsphilosoph, Rabbiner; Warschau, 11.01.1907 – New York, 23.12.1972)

“Faith is primarily faithfulness to the times when we had faith. Maybe it’s  a moment (or more than a moment) of true communion with another person, a love that enlarges our sense of the world and our place in it. Maybe it even happens amid some intentional spiritual discipline that has felt dutiful for longer than you can remember. Whatever the case, these intrusions make us realize, if only for a second, how extraordinary existence is. And then they fade.  To have faith is to find some ways of perserving these moments and to remain true to them.

Faith is a tenuous, tenacious discipline of memory and hope.”

“Glaube ist vor allem Treue zu den Zeiten, als wir Glaube hatten. Vielleicht ist es ein Moment (oder mehr als ein Moment) echter Gemeinschaft mit einer anderen Person, eine Liebe, die unser Verständnis für die Welt und unseren Platz in ihr erweitert hat. Vielleicht ist es sogar mitten in unserer spirituellen Praxis geschehen, die sich schon lange nur noch wie eine Pflichtübung anfühlte. Was auch immer es war, diese Einbrüche lassen uns begreifen, und sei es nur für eine Sekunde, wie aussergewöhnlich unsere Existenz ist. Und dann sind sie vorbei. Glauben zu haben bedeutet, Wege zu finden, diese Momente zu bewahren und zu ihnen wahr zu bleiben. (Schlechtes Deutsch, aber ich mag diesen englischen Ausdruck sehr “to remain true to them”)

Glaube ist eine dürftige, hartnäckige Disziplin der Erinnerung und Hoffnung.”