Abkündigungen – oder: “church is what we create with each other”

Abkündigungen in unseren Gottesdiensten:
Kollektenzweck dieser Woche, Betrag der gesammelten Kollekte vergangener Woche, Veranstaltungshinweise, Titel der gespielten Musikstücke – liturgischer Verwaltungsakt.

Eine völlig andere Erfahrung habe ich mit “Abkündigungen” in New York  gemacht. Zum Beispiel in der Judson Memorial Church; dort heißen die Abkündigungen ” The heart of the Community”. Anfangs war mir das zuviel. Familiäres, Politisches, Aufrufe Aktionen zu unterstützen, schöne Erlebnisse und Not aus der vergangenen Woche. “Hilfe, wer will das alles wissen – und behalten.” Bis ich verstanden habe, wie sehr diese Zeit im Gottesdienst die Gemeinde bildet und verbindet.

Dazu eine schöne Geschichte; siehe der link und ein kleiner Ausschnitt daraus in Deutsch:
https://onbeing.org/blog/erin-white-church-is-what-we-create-with-each-other

“Ansagen sind ein wichtiger Teil des Lebens in einer kleinen Kirche. Am ersten Sonntag, an dem meine Frau und ich die Kirche besuchten, – die nun seit fünfzehn Jahren unsere Kirche ist- , erhob eine Frau ihre Hand für eine Ankündigung und als der Pfarrer sie aufrief, erhob sie sich, räusperte sich und sagte: “Heute morgen sah ich Gott in dem Gesicht eines Kätzchens. “Meine Frau sah mich ungläubig an. Sie war in der katholischen Kirche aufgewachsen, und die Vorstellung, dass ein Gemeindemitglied tatsächlich während eines Gottesdienstes sprechen würde – geschweige denn eine göttliche Katzenvision teilen -, war für sie unvorstellbar. Ich konnte ihr nicht in die Augen sehen, weil ich versuchte nicht zu lachen.
In der vorstädtischen Methodistenkirche meiner Kindheit war die einzige Person, die Ankündigungen machte, die Leiterin der christlichen Erziehung, eine kecke, schlanke Frau, die Hemdkleider und High Heels trug und die, wenn der Pfarrer sie aufrief, – in ihren hohen Absätzen den Mittelgang zum Altar joggte, um keine Zeit zu verschwenden. Es war eine Kirche, in der keine Zeit verschwendet wurde.

Unsere Gemeinde ist nicht wirklich besorgt, Zeit zu verschwenden. Und sie ist so klein, dass es keinen Grund gibt, nach vorne zu kommen, wenn man eine Ankündigung hat. Wir können Sie von überall hören, wo auch immer Sie im Heiligtum sitzen, einem weißen und sonnigen Raum, in dem Orchideen auf Fensterbänken sitzen und orientalische Teppiche an den Wänden hängen, um die Akustik zu verbessern. Und wenn dich jemand nicht hören kann, dann schreit er nur: “Sprich laut!”

Lange Zeit störten mich Ankündigungen. Ich dachte, sie hielten uns von dem ab, was wichtig ist , dass sie Alltagsgeschäft waren, Kleinkram, den man woanders erledigen kann. War es jetzt wirklich Zeit über Pfannkuchenfrühstücke und Breitbandnetze zu sprechen? Aber ich habe inzwischen verstanden, dass ja, jetzt ist es an der Zeit. Weil ich über viele Jahre gelernt habe, dass es in der Kirche nicht so sehr um Ordnung oder Ruhe oder Rituale geht, sondern vielmehr darum, etwas von sich zu zeigen. Sich selbst zeigen, und sich so verbinden mit Gott und den Menschen um dich herum, die fühlen müssen – genau wie du -, dass die Segnungen und Lasten, ein Mensch zu sein, nicht nur ihre eigenen sind. Manchmal empfinden wir diese Vereinigung von Seelen auf erhabene und offensichtliche Weise, wenn wir eine feurige Lesung von den Propheten oder den Psalmen hören oder gemeinsam singen. Und manchmal fühlen wir es, wenn jemand aufsteht und uns sagt, dass er nach einem neuen Holzofen sucht und bitte rufen Sie ihn an, wenn Sie etwas wissen, nicht zu teuer, nicht zu weit weg…..

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